Bis heute stellen die Russen auf dem Land im Winter Unmengen von Pelmeni her, die in der Kälte gefroren und anschließend über lange Zeiträume in kalten Räumen gelagert werden. Anhand dieser Speise, deren Haltbarkeit vom An- und Aushalten der Kälte abhängig ist, entwirft Vladimir Sorokin in seinem gleichnamigen Stück denn auch ein Bild vom Wärmegrad der zeitgenössischen russischen Gesellschaft, bei dem einem die Pelmeni gleichsam im Halse stecken bleiben. Bringt Sorokin die bizarren Grenzverschiebungen zwischen Menschen und Pelmeni in den Ritualen des Fressens und Gefressenwerdens auf die Bühne, laden wir Sie zu einer Grenzverschiebung in den Ritualen des Produzierens und Konsumierens von Pelmeni zwischen Einheimischen und Besuchern ein.