Als Eremitage (frz.: Einsiedelei) bezeichnete man im 18. Jahrhundert einen kleinen in einem Schloßpark errichteten Pavillion, in dessen Obergeschoss in kleinem Kreise gespeist wurde. Die dienstbaren Geister waren unsichtbar im Untergeschoss am Werk, und mittels einer speziellen Hebevorrichtung konnte der fertig gedeckte Eßtisch direkt zu den adligen Verköstern des Mahls hinaufgezogen werden. In eine solche Einsiedelei ließ Katharina II. einen Pavillon im ‚hängenden Garten' des Winterpalais verwandeln. Die Wände schmückte sie mit kostbaren Gemälden, die sie seit 1764 in großem Stil erwarb. Mit der Zeit wurden auch andere Abteilungen der kaiserlichen Kunstsammlungen als Eremitage bezeichnet und heute ist die am südlichen Neva-Ufer gegenüber der Peter und Paul-Festung gelegene Eremitage eines der berühmtesten und größten Museen der Welt. Jährlich besuchen über 3,5 Millionen Gäste den Komplex. Wenn Sie sich bei Ihren Spaziergängen durch die weitläufige Metropole gelegentlich wundern sollten, ob Sie die einzigen Touristen in der Stadt sind - am Eingang der Eremitage werden Sie schon früh am morgen eines Besseren belehrt. Die Eremitage beherbergt eine riesige Sammlung, die in insgesamt vier Bauten aus dem 18. Und 19. Jahrhundert untergebracht ist. Wollte man jedes der 2,7 Millionen Kunstobjekte auch nur einen Augenblick zu betrachten, bräuchte man doch Jahrzehnte.