| Gegenüber der Epoche Peter des Großen und Zar Alexander I. steht das dynamische Petersburg der Jahrhundertwende, als die Stadt in der Literatur, der Musik und Malerei, auf der Theaterbühne und dem Reißbrett von Architekten zu einem Laboratorium der Moderne wurde, im Bewusstsein der Besucher dieser Stadt meist im Hintergrund. Wohl angesichts des historischen Wissens um den bald darauf erfolgten Untergang des russischen Reiches droht diese faszinierende Epoche in Vergessenheit zu geraten. Dabei hat schon Friedrich Nietzsche bemerkt, wer wissen wolle, wie es um Europa steht, müsse nach St. Petersburg blicken. Als Nietzsche im Jahr 1900 stirbt, hat Petersburg die Rolle, in erster Linie Residenz des Zaren zu sein, bereits abgelegt. Innerhalb kurzer Zeit stoßen die Kräfte der Moderne an die Oberfläche der Stadt, und ein beispielloser Bauboom verändert das Gesicht grundlegend. Es entstehen neue Mietskasernen, Hafenanlagen, Hotels und Banken. Die Zeitgenossen nehmen diese Veränderungen mit skeptischer Zurückhaltung zur Kenntnis, empfinden sie diese Entwicklung doch als Bedrohung des historischen Erbes der Stadt. |